Eurozone: Unternehmensstimmung geht überraschend etwas zurück

In der Eurozone hat die Stimmung in den Unternehmen überraschend einen leichten Dämpfer bekommen. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 0,1 Punkte auf 54,3 Punkte, wie das Marktforschungsunternehmen IHS Markit am Dienstag mitteilte. Der Stimmungsindikator hielt sich im langfristigen Vergleich weiter auf hohem Niveau. Volkswirte hatten allerdings einen weiteren Anstieg auf 54,5 Punkte erwartet.
24.01.2017 10:42

Indexwerte über der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten werden als Hinweis für ein wirtschaftliches Wachstum gedeutet. Etwas schlechter fiel zum Jahresauftakt die Stimmung der Dienstleister aus, während sie sich in der Industrie weiter aufhellte.

Positiv überraschten die Umfragewerte für die französischen Dienstleister, während sich die Stimmung in Frankreichs Industrie wie erwartet leicht eintrübte. Genau umgekehrt zeigte sich die Entwicklung in Deutschland. Während sich die Stimmung der Dienstleister hier überraschend eintrübte, hellte sie sich in der Industrie überraschend auf und erreichte den besten Wert seit Anfang 2014.

Trotz des leichten Dämpfers beim Stimmungsindikator für die Eurozone insgesamt sieht Markit-Chefökonom Chris Williamson die Eurozone weiter auf Wachstumskurs. "Die Eurozone hat einen starken Jahresauftakt hingelegt", sagte Williamson. Seiner Einschätzung nach sind die Erwartungen der Unternehmen momentan so positiv wie zuletzt vor viereinhalb Jahren. Dies mache deutlich, dass die Firmen die politischen Risiken weitgehend ausblenden.

Ähnlich positiv lautet auch die Einschätzung von Ulrich Wortberg, Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba): "Die Einkaufsmanagerindizes bestätigen das Wachstumsszenario in der Eurozone, wenngleich es keine Hinweise gibt, dass sich die konjunkturelle Dynamik zu Beginn des neuen Jahres erhöhen wird." Seiner Einschätzung nach lassen sich an den aktuellen Daten noch keine Auswirkungen der gestiegenen politischen Risiken durch den Brexit oder durch den neuen US-Präsidenten Donald Trump ablesen.

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(AWP)