Eurozone: Verbraucherpreise fallen etwas schwächer

LUXEMBURG (awp international) - Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im Mai etwas schwächer gefallen. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat vom Donnerstag lagen sie 0,1 Prozent tiefer als ein Jahr zuvor. Eurostat bestätigte damit vorläufige Zahlen. Im April war das Preisniveau auf Jahressicht noch um 0,2 Prozent gesunken. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent. Bankvolkswirte hatten mit der Bestätigung der Jahresrate gerechnet, auf Monatssicht aber eine etwas geringere Rate von 0,3 Prozent erwartet.
16.06.2016 11:12

Abermals wurde die Teuerung durch deutlich geringere Energiepreise gedrückt. Dienstleistungen waren dagegen 1,0 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Industriegüter verteuerten sich um 0,5 Prozent, die Nahrungsmittelpreise stiegen um 0,9 Prozent. Die Kerninflationsrate, die die Inflation ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie misst, lag im Mai - wie ursprünglich gemeldet - bei 0,8 Prozent. Im Vormonat hatte sie 0,7 Prozent betragen.

Das Inflationsgefälle im Euroraum ist nach wie vor steil: Von den 19 Euroländern weisen 10 Staaten negative Inflationsraten auf. In sieben Ländern steigen die Preise, während sie in Deutschland und Estland stagnieren. Die höchste Inflationsrate weist Belgien mit 1,6 Prozent auf, in Zypern fallen die Preise mit einer Rate von 1,9 Prozent am stärksten.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die sich mit ihrer Geldpolitik an der durchschnittlichen Inflation im Euroraum orientiert, kämpft seit langem gegen die geringe Teuerung. Zuletzt hat sie dazu im März ihre Geldpolitik erneut und erheblich gelockert. Bisher hält sich der Erfolg der Notenbank jedoch in Grenzen./bgf/jkr/stb

(AWP)