Eurozone: Verbraucherpreise steigen leicht

WIESBADEN (awp international) - Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im Juli leicht gestiegen. Wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag nach einer zweiten Schätzung mitteilte, lag das Preisniveau 0,2 Prozent höher als vor einem Jahr. Damit bestätigte das Statistikamt wie von Experten erwartet eine erste Schätzung. Im Vormonat Juni hatte die Inflationsrate bei 0,1 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich fielen die Verbraucherpreise im Juli um 0,6 Prozent.
18.08.2016 11:05

Nach wie vor wird die Gesamtteuerung stark durch die im Jahresvergleich niedrigeren Energiepreise gedrückt. Dieser Effekt fiel im Juli sogar etwas stärker ins Gewicht als zuletzt. Energie war 6,7 Prozent billiger als im Vorjahresmonat, nach einem Rückgang um 6,4 Prozent im Juni. Nahrungs- und Genussmittel waren im Juli um 1,4 Prozent teurer als vor einem Jahr, die Preise für Dienstleistungen legten um 1,2 Prozent zu. Bei Industriegütern lag der Anstieg bei 0,4 Prozent.

Die Kerninflationsrate lag im Juli wie schon im Vormonat bei 0,9 Prozent. Die Kernrate misst Preissteigerungen ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel. Sie soll den grundlegenden Preistrend besser wiedergeben als die Gesamtrate, weil die nicht berücksichtigten Komponenten als schwankungsanfällig gelten.

Das Inflationsgefälle im Euroraum ist nach wie vor hoch. Negative Teuerungsraten weisen etwa Spanien mit minus 0,7 Prozent und die Slowakei mit minus 0,9 Prozent aus. Die höchsten Preissteigerungen gibt es in Belgien (2,0 Prozent) und Malta (0,9 Prozent). In Deutschland liegt die Inflation nach europäischer Berechnungsmethode bei 0,4 Prozent.

Vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt die Inflation nach wie vor weit entfernt. Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Auf diesem Niveau spricht sie von Preisstabilität. Wegen der schwachen Inflation hat die EZB ihre Geldpolitik massiv gelockert./tos/bgf/stb

(AWP)