EY prognostiziert starken Verdrängungskampf in Versicherungsbranche

Zürich (awp) - Das Beratungsunternehmen EY prognostiziert für die Versicherungsbranche einen massiven Verdrängungskampf. Gemäss einer vom Beratungsunternehmen durchgeführten Studie werden bis ins Jahr 2030 "höchstwahrscheinlich" 45% der Schweizer Versicherer aus dem Markt gedrängt. Sollten sich die disruptiven Trends weiter fortsetzen oder beschleunigen, könnten gar bis zu 70% der heutigen Versicherer vom Markt gedrängt werden, heisst es in einer Mitteilung von EY Schweiz vom Donnerstag.
16.06.2016 12:36

Während sich das Marktumfeld verschlechtere und das Versicherungsgeschäft stagniere, würden sich die Unternehmen ehrgeizige Wachstumsziele setzen, so EY. Die Branche stehe aber vor einem "radikalen Umbruch".

Die Schweizer Versicherer würden zu optimistisch in die Zukunft schauen, denn deren Wachstumsprognosen lägen weit über der zu erwartenden Marktentwicklung. Gemäss der Studie erwarten die Versicherungen im Durchschnitt ein Wachstum von jährlich 5%. Die Wachstumsmöglichkeiten des Versicherungsmarktes seien aber beschränkt und selbst ein Rückgang des Volumens sei denkbar.

Es seien mehrere Treiber, welche das Marktwachstum hemmen: Einerseits bremse der starke Franken das Bruttoinlandprodukt, andererseits reduziere sich das Haushaltsvermögen bis 2018 gemäss den Prognosen um 0,1%. Dies dämpfe die Nachfrage nach Versicherungsleistungen. Zudem werde die Massenweinwanderungsinitiative das Wachstum der Wohnbevölkerung wohl abschwächen. Auch das politische und regulatorische Umfeld für Versicherungsunternehmen werde anspruchsvoller.

cf/tp

(AWP)