EZB-Aufsicht sieht Banken gut aufgestellt für Krisenfall

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die meisten Kreditinstitute im Euroraum gut gerüstet, falls Kunden Geld im grossen Stil Geld abziehen. Die Liquiditätssituation sei insgesamt "komfortabel" trotz einiger Verwundbarkeiten, erklärten die EZB-Bankenaufseher am Montag.
07.10.2019 15:18

An dem speziellen Stresstest beteiligten sich 103 Institute. Zu einzelnen Kredithäusern wurden keine Angaben gemacht.

Die Aufseher wollten wissen, wie viele Tage Banken im Falle eines Schocks "anhand der verfügbaren Zahlungsmittel und Sicherheiten ohne Zugang zu den Refinanzierungsmärkten ihre Geschäftstätigkeit aufrechterhalten" können. Den Angaben zufolge hält etwa die Hälfte der Geldhäuser mehr als sechs Monate durch, ohne auf fremdes Kapital angewiesen zu sein. Bei extremen Verwerfungen waren es noch mehr als vier Monate.

Damit hätten die Institute mehr Zeit auf Finanzturbulenzen zu reagieren, als vor der schweren Finanzkrise. Seit den Verwerfungen 2008 haben die Aufseher die Vorschriften generell verschärft. Die Banken sind verpflichtet, ausreichend Sicherheiten vorzuhalten, um im Falle von Liquiditätsengpässen 30 Kalendertage zu überleben. Die EZB mit Sitz in Frankfurt überwacht seit November 2014 die grössten Geldinstitute im Euroraum direkt.

Die Untersuchung ist nicht mit dem umfassenden Stresstest des vergangenen Jahres zu vergleichen. Damals hatten Europas Bankenaufseher geprüft, wie gut 48 Grossbanken für schwere Krisen gerüstet sind. Der grosse Stresstest gemeinsam mit der europäische Bankenaufsicht EBA wird alle zwei Jahre durchgeführt. In der Zwischenzeit führen die EZB-Aufseher Untersuchungen zu speziellen Themen durch./mar/jkr/DP/jsl

(AWP)