EZB-Beobachter erwarten noch langen Weg zum Inflationsziel

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird aus Sicht von Experten ihr Inflationsziel noch mehrere Jahre nicht erreichen. Laut einer Umfrage unter professionellen Beobachtern der EZB-Geldpolitik wird sich die Notenbank erst im Jahr 2021 mit 1,8 Prozent wieder langsam ihrem Ziel einer Teuerung von knapp unter zwei Prozent annähern.
28.04.2017 10:16

Das teilten die Euro-Wächter am Freitag mitteilten. Dieses Niveau strebt sie als Optimal-Wert für die Wirtschaftsentwicklung an. Denn damit ist aus Sicht der Notenbank ein ausreichender Abstand zu einer gefährlichen Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und rückläufigen Investitionen garantiert.

Für das laufende Jahr hoben die Experten ihre Inflations-Prognose leicht auf 1,6 (Januar: 1,4) Prozent an. Für 2018 erwarten sie eine Teuerung von 1,5 (1,5) Prozent, für 2019 einen Zuwachs auf 1,7 (1,6) Prozent. Die Beobachter setzten zudem ihre Wachstumsprognose für 2017 auf 1,7 (1,5) Prozent nach oben. Die EZB befragt jedes Vierteljahr Experten zu ihren Inflations- und Wachstumsprognosen.

Die EZB wird ihre eigenen Wirtschaftsprognosen zur Zinssitzung am 8. Juni veröffentlichen. Diese sind ein wichtiger Faktor für die weitere Ausrichtung ihrer Geldpolitik.

Erst am Donnerstag bekräftigte die Notenbank trotz etwas optimistischeren Äusserungen zu den Wachstumsperspektiven ihre ultralockere Haltung. Sie beliess den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem erwerben die Euro-Wächter pro Monat Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Umfang von 60 Milliarden Euro, um die Konjunktur und die Inflation anzuheizen.

(AWP)