EZB-Chef Draghi: Notenbank hat weiteren Spielraum

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat aus Sicht ihres scheidenden Präsidenten noch Spielraum, um ihre Geldpolitik bei Bedarf weiter zu lockern. "Alle Instrumente, von Zinssätzen über Wertpapierkäufe bis hin zur Forward Guidance, können angepasst werden", sagte Draghi der britischen Finanzzeitung "Financial Times" (Montagausgabe). Forward Guidance ist das Versprechen der EZB, ihre Leitzinsen noch lange Zeit sehr niedrig zu belassen.
30.09.2019 10:32

Draghi bekräftigte zudem, das mittelfristige Preisziel der EZB von knapp zwei Prozent sei als "symmetrisch" zu verstehen. Damit will der Notenbankchef andeuten, dass die EZB Zielverfehlungen nach unten und nach oben gleichermassen missbilligt. Zurzeit liegt die tatsächliche Teuerung deutlich unter dem Inflationsziel der Notenbank, weshalb die EZB ihre bereits sehr expansive Geldpolitik Mitte September weiter gelockert hat.

Der Italiener, der Ende Oktober planmässig aus seinem Amt scheiden wird, wiederholte auch seine Forderung nach einer stärkeren Unterstützung der Geldpolitik durch die staatliche Finanzpolitik. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Geldpolitik der EZB sehr lange andauere und zudem wesentlich ineffektiver sei./bgf/fba

(AWP)