EZB-Chef Draghi plädiert für Abstimmung der Notenbanken untereinander

Sintra (awp/sda/reu) - Wenige Tage nach dem Brexit-Votum der Briten macht sich EZB-Chef Mario Draghi für eine Zusammenarbeit der Währungshüter weltweit stark. Diese Koordination der Geldpolitik müsse nicht formaler Art sein, betonte der Italiener am Dienstag auf der Notenbanken-Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) im portugiesischen Sintra.
28.06.2016 12:10

"Wir können jedoch von einer Abstimmung untereinander profitieren." Den Herausforderungen, mit denen sich alle Notenbanken konfrontiert sähen, müsse man auf den Grund gehen, forderte Draghi. Die jeweilige Ausgestaltung der Geldpolitik in den Währungsräumen müsste dann auf dieser Analyse basieren.

Draghi hatte sich am Vorabend betroffen über das Brexit-Votum geäussert: Am besten lasse sich ein Wandel diesen Ausmasses mit dem Wort "Traurigkeit" beschreiben, sagte er.

Draghi wird am Dienstag und Mittwoch am EU-Gipfel in Brüssel teilnehmen. Es wird erwartet, dass er dort die EU-Staats- und -Regierungschefs darüber informiert, welche Folgen das EU-Austrittsvotum für die Währungsunion hat.

Die mehrheitliche Entscheidung der Briten für einen EU-Ausstieg ihres Landes hatte an den Finanzmärkten heftige Turbulenzen ausgelöst. Dies nährte Spekulationen, wichtige Zentralbanken könnten darauf mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik reagieren.

(AWP)