EZB-Chef Draghi: Staaten sollen Zeitfenster für wirtschaftliche Reformen nutzen

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat die Staaten der Eurozone erneut zu wirtschaftlichen Reformen aufgerufen. Die lockere Geldpolitik habe ein Zeitfenster für Reformen geschaffen, sagte Draghi am Mittwoch in Frankfurt. "Die Krise habe bestätigt, das flexible Volkswirtschaften widerstandsfähiger sind." Dies gelte insbesondere für die Währungsunion.
18.10.2017 11:04

Notwendig seien Reformen am Arbeitsmarkt. So hätten Länder wie Spanien, Portugal aber auch Italien ihre Arbeitsmärkte reformiert. Die Arbeitsmärkte profitierten daher jetzt auch stärker vom wirtschaftlichen Wachstum.

In der Krise sei es oft versäumt worden, die Produktmärkte zu liberalisieren, sagte Draghi weiter. Dies habe oft dazu geführt, dass die Löhne gesunken seien, die Preise jedoch nicht. Um solche Reformen zu unterstützen, hätten Länder wie Deutschland, Irland und Grossbritannien fiskalische Anreize gesetzt. Wichtig sind laut Draghi zudem auch Reformen der öffentlichen Verwaltung.

Zur künftigen Geldpolitik der EZB sagte Draghi laut Redetext nichts. Es wird erwartet, dass die Notenbank auf ihrer Sitzung in der nächsten Woche eine Rückführung des milliardenschweren Anleihekaufprogramms beschliessen wird./jsl/jkr/jha/

(AWP)