EZB-Chef Draghi: Trotz höherer Inflation lockere Geldpolitik weiter nötig

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) bewertet die allmähliche Rückkehr der Inflation im Euroraum zurückhaltend und hält eine lockere Geldpolitik weiterhin für nötig. Zwar habe die Teuerungsrate zuletzt zugelegt, sagte Mario Draghi am Donnerstag nach einer Sitzung des geldpolitischen Rates. "Es gibt aber keine überzeugenden Anzeichen für einen Aufwärtstrend bei der Kerninflation".
19.01.2017 14:56

Bei der Kerninflation werden unter anderem die stark schwankungsanfälligen Energiepreise herausgerechnet. Die Inflation steige derzeit vor allem wegen der jüngsten Erholung bei den Energiepreisen, sagte Draghi.

Zurückhaltend äusserte sich der EZB-Chef auch zum Wirtschaftswachstum. Er sehe zwar Anzeichen für eine etwas stärkere Erholung der Weltwirtschaft. Es gebe aber weiterhin Risiken. Eine substantielle geldpolitische Unterstützung sei daher nach wie vor angezeigt.

Zuvor hatte die EZB bekanntgegeben, die Leitzinsen unverändert zu lassen und keine Veränderungen an den geplanten Wertpapierkäufen vorzunehmen. Ökonomen hatten dies erwartet./tos/jkr/stb

(AWP)