EZB-Chefvolkswirt: Noch kein Ende der Geldflut in Sicht

In der Eurozone ist nach Einschätzung des EZB-Chefvolkswirts Peter Praet noch kein Ende der Geldflut in Sicht. Derzeit seien Diskussionen über einen Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik verfrüht, sagte Praet in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Il Sole 24 Ore". Die Notenbank müsse nach wie vor Bedingungen für nachhaltiges Wachstum schaffen.
24.03.2017 12:03

Praet versicherte ausserdem, dass im EZB-Rat keine Diskussion über die Reihenfolge der Rücknahme der geldpolitischen Massnahmen stattgefunden habe. Zuletzt war in Medien darüber spekuliert worden, dass die EZB den Zinssatz für Bankeinlagen bei sich erhöhen könnte, bevor die Anleihekäufe beendet seien.

Trotz der zuletzt steigenden Inflation in der Eurozone sah Praet keinen Handlungsbedarf für die EZB. Mit Blick auf die Entwicklung der Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert werden, erkannte Praet keine Beschleunigung der Preisentwicklung. Während im Währungsraum die Inflation im Februar auf 2,0 Prozent und damit über den anvisierten Wert der Notenbank von knapp zwei Prozent gestiegen war, lag die Kernrate der Preisentwicklung nur bei 0,9 Prozent./jkr/bgf/stb

(AWP)