EZB-Direktor Coeure sieht Wachstum in Europa durch Brexit gefährdet

Aix-en-Provence (awp/sda/reu) - Die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union wird nach Ansicht von EZB-Direktor Benoit Coeure negative Folgen für das Wirtschaftswachstum in Europa haben. Allerdings sei das Ausmass noch unklar, sagte Coeure am Sonntag bei einer Konferenz in Aix-en-Provence. Zudem stelle das Votum die Unumkehrbarkeit des EU-Projekts infrage.
03.07.2016 13:10

"Brexit hat ein Klima der finanziellen Unsicherheit auf kurze Sicht geschaffen, und die Zentralbank kann darauf antworten und hat es schon getan", sagte Coeure. Die EZB habe weitere Instrumente, die sie bereit sei einzusetzen. "Gott sei dank mussten wir sie bislang nicht einsetzen, aber wir sind bereit, es zu tun."

Coeure hatte vergangene Woche bereits betont, dass rasch Klarheit über den Zeitplan für den EU-Austritt Grossbritanniens geschaffen werden müsse. Eine längere Phase der Unsicherheit sei mit wirtschaftlichen Kosten verbunden - vor allem für Grossbritannien, aber auch für die EU.

In Grossbritannien sind sich die Kandidaten für die Nachfolge von Premier David Cameron uneins, wann die britische Regierung die Austrittserklärung nach Artikel 50 stellen soll. Während Innenministerin Theresa May und Justizminister Michael Gove erst im kommenden Jahr den Austritt beantragen wollen, plädiert die Kandidatin Andrea Leadsom dafür, dies so schnell wie möglich zu tun.

(AWP)