EZB-Direktor Coeure: Wechselkursschwankungen sind ein Grund für Unsicherheit

Die aktuellen Wechselkursschwankungen beim Eurokurs sind nach Einschätzung von EZB-Direktor Benoit Coeure ein "Grund für Verunsicherung". Die Bewegungen müssten beobachtet werden, sagte der Franzose am Montag in Frankfurt. Er äusserte sich damit ähnlich wie zuletzt Notenbankchef Mario Draghi. Der Eurokurs hat seit April merklich zugelegt.
11.09.2017 11:28

Ein Eurokurs-Anstieg kann durch die Verbilligung von Importpreisen zu einer sinkenden Inflation führen. Steigende Realzinsen sorgen dann für eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen an den Märkten. Die EZB versucht derzeit, mit ihrer expansiven Geldpolitik die schwache Inflation anzuschieben.

Entscheidend sind laut Coeure die Ursachen für die Aufwertung des Euro. Falls ein höheres Wirtschaftswachstum die Ursache für den Kursanstieg ist, dann könnten die negativen Auswirkungen teilweise oder ganz kompensiert werden. Falls jedoch die Ursachen von Aussen kämen, dann belaste die Aufwertung die Finanzierungsbedingungen und den Inflationsausblick.

Derzeit sind laut Coeure beide Gründe wirksam. Er verweist auf den verbesserten Wachstumsausblick für die Eurozone. Andererseits macht er aber auch einen exogenen Effekt verantwortlich. Experten haben die Eurostärke zuletzt auch mit dem politischen Chaos in den USA erklärt.

Der Eurokurs gab nach den Aussagen zunächst ein wenig nach und fiel auf ein Tagestief von 1,1993 US-Dollar. Er erholte sich jedoch rasch und stieg wieder über die Marke von 1,20 Dollar./jsl/bgf/das

(AWP)