EZB-Direktor Mersch: Notenbank-Krisenpolitik nicht dauerhaft

Die unkonventionellen geldpolitischen Massnahmen der Notenbanken werden aus Sicht von EZB-Direktor Yves Mersch wahrscheinlich nicht dauerhaft weiterverfolgt.
24.07.2017 09:02

Zentralbanken hätten diese Krisenpolitik für angemessen gehalten, damit sie ihr Mandat der Preisstabilität erfüllen können, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Euro-Notenbank am Montag in Kuala Lumpur laut Redetext.

"Aber da sich die Bedingungen normalisieren, ist es unwahrscheinlich, dass diese Massnahmen notwendig bleiben", sagte Mersch. Die Wirtschaft im Euroraum ist inzwischen auf Erholungskurs. Im ersten Quartal fiel das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) sogar stärker aus als in den USA.

Die EZB hält ihre Leitzinsen schon lange auf dem Rekordtief von null Prozent. Darüber hinaus müssen Banken Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht bei der Notenbank überschüssige Liquidität horten. Der Einlagensatz liegt bei minus 0,4 Prozent.

Die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken pumpen zudem seit März 2015 über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Banken-System des Währungsraums. Die EZB will im Herbst über die Zukunft ihres billionenschweren Anleihen-Kaufprogramms beraten.

(AWP)