EZB-Direktorin für Herunterfahren der Anleihenkäufe

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger sieht die Zeit für einen langsamen Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik gekommen. "Und für mich ist die Zeit reif", sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag auf einer Veranstaltung in Stuttgart laut Redetext.
09.10.2017 19:26

"Für mich ist klar: Wir müssen zu Beginn des kommenden Jahres damit beginnen, unsere Anleihekäufe zurückzufahren", sagte sie.

Die Reihenfolge, in der die EZB ihre unkonventionellen Massnahmen beenden werde, sei derzeit noch klar. Erst werde der Nettoerwerb von Anleihen heruntergeschraubt. Die Zinsen würden dagegen weit über die Zeit der Anleihenkäufe hinaus niedrig bleiben.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte signalisiert, dass die Euro-Notenbank auf ihrer nächsten Zinssitzung in diesem Monat über die Zukunft ihrer billionschweren Anleihenkäufe entscheiden wird. Diese sind momentan die wichtigste Waffe der Euro-Wächter im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht immer noch zu niedrige Inflation im Währungsraum.

Die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken erwerben aktuell Staatsanleihen und andere Wertpapiere im monatlichen Umfang von 60 Milliarden Euro. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Währungshüter ihre monatlichen Käufe ab Januar verringern werden.

(AWP)