EZB-Direktorin Lautenschläger gegen weitere Leitzinssenkung

STRASSBURG/FRANKFURT (awp international) - Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Sabine Lautenschläger, hat sich gegen eine weitere Leitzinssenkungen in der Eurozone ausgesprochen. Sie stehe einer Reduzierung der Leitzinsen skeptisch gegenüber, sagte Lautenschläger in einer Rede am späten Dienstagabend in Strassburg. Anstelle von neuen geldpolitischen Massnahmen sei nun etwas Geduld notwendig.
14.09.2016 07:54

Die Notenbankerin verwies auf die konjunkturelle Entwicklung im gemeinsamen Währungsraum. Das Wirtschaftswachstum sei wieder "in der Spur", sagte Lautenschläger, die auch Mitglied im geldpolitischen Rat der EZB ist. Allerdings machte sie auch deutlich, dass die Notenbank falls notwendig ihre Geldpolitik noch weiter ausweiten könnte. Damit wiederholte Lautenschläger Aussagen, die zuvor bereits mehrfach von EZB-Präsident Mario Draghi zu hören waren.

Ausserdem stellte Lautenschläger klar, dass die extrem lockere Geldpolitik nicht unbegrenzt fortgesetzt werden könne. Irgendwann würden die positiven Effekte nachlassen und die Risiken der ausserordentlichen geldpolitischen Massnahmen würden überwiegen, warnte sie.

Die EZB fährt derzeit im Kampf gegen die flaue Konjunktur und eine ungewöhnlich geringe Inflation eine extrem lockere Geldpolitik. Der Leitzins liegt derzeit bei null Prozent und der Zinssatz für Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB bei minus 0,4 Prozent. Ausserdem kauft die Notenbank jeden Monat Anleihen in einem Volumen von 80 Milliarden Euro./jkr/stb

(AWP)