EZB: Geldpolitische Reaktion auf Brexit wäre verfrüht gewesen

FRANKFURT (awp international) - Die Europäische Zentralbank (EZB) benötigt etwas Zeit, um die Folgen des Brexit-Votums für ihre Geldpolitik bewerten zu können. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Zinssitzung der EZB hervor. Demnach erachteten es die 25 Mitglieder des Zentralbankrats als "verfrüht", die Auswirkungen auf ihre Geldpolitik bewerten zu können. Ähnlich hatte sich EZB-Chef Mario Draghi nach der Sitzung am 21. Juli geäussert.
18.08.2016 14:21

Wie aus der Mitschrift weiter hervorgeht, bestand unter den Notenbankern auch die Sorge, dass mit der ersten Reaktion auf den Brexit zu hohe Erwartungen auf eine noch lockerere Geldpolitik geschürt werden könnten. Zudem wurde im geldpolitischen Rat die Auffassung geteilt, dass die ersten Reaktionen auf den Brexit deutlich schwächer ausgefallen seien als befürchtet. Dennoch seien die Risiken für den Euroraum mit dem Ausgang des Votums gestiegen. Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung im Juli, die etwa einen Monat nach der Volksabstimmung in Grossbritannien stattfand, ihre geldpolitische Ausrichtung nicht geändert./bgf/jkr/das

(AWP)