EZB-Präsident Draghi betont verbesserte Konjunktur

Europas Währungshüter nähren die Hoffnung auf ein Ende der ultralockeren Geldpolitik. Erstmals seit langem beurteilt die Europäische Zentralbank (EZB) die Wachstumsrisiken für den Euroraum als "weitgehend ausgeglichen" statt "abwärtsgerichtet" und betont die verbesserten konjunkturellen Rahmenbedingungen stärker.
08.06.2017 14:49

Entsprechende Ausführungen von EZB-Präsident Mario Draghi nach der auswärtigen Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag in der estnischen Hauptstadt Tallinn werten Ökonomen als erstes Signal für einen Einstieg der Notenbank in den Ausstieg aus dem geldpolitischen Anti-Krisen-Kurs mit Minizinsen und milliardenschweren Anleihenkäufen.

Zudem verzichtete die EZB in der Erklärung ihrer Zinsentscheidung auf den Hinweis auf mögliche weitere Zinssenkungen. Der EZB-Rat gehe davon aus, dass die Zinsen "für längere Zeit .... auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden". Der bislang übliche Zusatz "oder auf einem niedrigeren Niveau" entfiel. Auch dies gilt unter Ökonomen als Hinweis, dass sich die Währungshüter allmählich an den Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik herantasten.

(AWP)