EZB-Präsident Draghi: Finanzpolitik muss stärkeren Beitrag leisten

Die staatliche Finanzpolitik muss nach Auffassung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der aktuellen Wirtschaftsflaute einen stärkeren Beitrag leisten. Dies sei die einhellige Einschätzung im EZB-Rat, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Zudem bekräftigte der Italiener die Handlungsbereitschaft der Notenbank. Die EZB sei bereit, all ihre Instrumente einzusetzen, falls dies erforderlich werden sollte. Die Geldpolitik müsse über einen längeren Zeitraum sehr locker bleiben.
23.09.2019 15:47

Die EZB hatte ihre bereits sehr expansive Geldpolitik vor etwa eineinhalb Wochen abermals deutlich gelockert. Sie begründete dies mit dem schwachen Wirtschaftswachstum und der geringen Inflation. Zugleich forderte EZB-Chef Draghi einen wesentlich stärkeren Einsatz der staatlichen Ausgabenpolitik. Einige Beobachter sahen darin das Eingeständnis, dass die Geldpolitik angesichts Negativzinsen und billionenschwerer Anleihekäufe kaum noch Lockerungsspielraum besitze./bgf/jkr/he

(AWP)