EZB-Rat Nowotny gegen Beteiligung des IWF an Griechenlandhilfe

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat in der Frage weiterer Milliardenspritzen für Griechenland Kritik an der harten Haltung Deutschlands durchblicken lassen. "Ich verstehe nicht, warum man auf EU-Ebene darauf beharrt, dass der Währungsfonds an Bord ist", sagte er dem "Standard" (Wochenend-Ausgabe). Die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Griechenlandhilfe wäre nur eine zusätzliche Komplikation, die zur inhaltlichen Lösung des Problems nichts beitrage. Die Bundesregierung in Berlin hat sich mehrfach für eine Beteiligung der IWF an der Griechenlandhilfe ausgesprochen.
10.02.2017 19:00

Weiter sagte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, das es für die Beteiligung des IWF weder eine ökonomische noch eine politische Begründung gebe. "Griechenland ist ein europäisches Problem, und Europa wird es lösen", so der Notenbanker.

Die internationalen Geldgeber und Athen hatten sich im Sommer 2015 auf ein Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro bis 2018 verständigt. 2016 hatten die Euro-Finanzminister dann Griechenland nach Ende des Programms unter anderem weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt, sollte dies nötig sein./stf/gru/APA/jkr/he

(AWP)