EZB-Ratsmitglied beklagt mangelnde Schubkraft der Anleihenkäufe

Riga (awp/sda/reu) - Nach fast zwei Jahren massiver Konjunkturhilfen macht sich in der EZB-Führung Enttäuschung über die mangelnde Durchschlagskraft der ultralockeren Geldpolitik breit. Das lettische EZB-Ratsmitglied Ilmars Rimsevics sagte am Mittwoch, die Wertpapierkäufe hätten dem Wachstum bislang "keinen wesentlichen Schub" verliehen.
21.12.2016 11:20

Auf sein eigenes Land bezogen bedeute dies, dass die durch das EZB-Anleihenprogramm in die Wirtschaft gepumpten Gelder "auf Bankkonten ruhen und auf bessere Zeiten warten", stellte Rimsevics fest. Die Europäische Zentralbank hat ihr billionenschweres Programm erst kürzlich bis Ende 2017 verlängert.

Jüngst hatte sich auch EZB-Chefökonom Peter Praet enttäuscht über die bisherigen Effekte der Käufe auf die Inflation geäussert. Im November lag die Teuerung im Währungsraum bei nur 0,6 Prozent. Die EZB strebt aber knapp zwei Prozent Inflation als Idealwert für die Wirtschaft an.

Seit März 2015 pumpen sie und die nationalen Notenbanken Monat für Monat Milliarden in das Bankensystem, um die Anleihezinsen zu drücken und Banken zur verstärkten Kreditvergabe zu bewegen. Ab April 2017 soll das monatliche Kaufvolumen auf 60 von bislang 80 Milliarden Euro sinken.

(AWP)