EZB senkt Inflationsprognosen - höhere Wachstumserwartung

(Ausführliche Fassung) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf den jüngste Entwicklung der Energiepreise reagiert und ihre Inflationsprognosen gesenkt. Für das laufende Jahr rechnet die Notenbank mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,5 Prozent, wie Notenbank-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Tallinn nach der auswärtigen Zinssitzung der Notenbank mitteilte. Zuletzt war die EZB im vergangenen März für 2017 von einer Inflation von 1,7 Prozent ausgegangen. Bankvolkswirte hatten eine Senkung der Inflationsprognose erwartet.
08.06.2017 15:26

In der neuen Projektion geht die EZB davon aus, dass die Inflation 2018 bei 1,3 Prozent liegen wird (zuvor 1,6 Prozent) und im Jahr 2019 auf 1,6 Prozent ansteigt (zuvor 1,7 Prozent). Damit bleibt die Teuerung auf absehbare Zeit unter dem von der EZB anvisierten Ziel von knapp zwei Prozent. Erst ab einer Inflation von knapp zwei Prozent sehen die Währungshüter die Preisstabilität als gewährleistet an.

Ausserdem erhöhte die Notenbank erneut ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre, allerdings nur leicht. Für dieses Jahr gehen die Währungshüter von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,9 Prozent aus. Zuvor wurden 1,8 Prozent geschätzt. 2018 dürfte die Wirtschaft der Eurozone demnach um 1,8 (bisher 1,7) Prozent wachsen, gefolgt von 1,7 Prozent im Jahr 2019 (zuvor 1,6).

Die Projektionen werden vom Mitarbeiterstab der EZB erstellt. Sie dienen dem geldpolitischen Rat als Entscheidungshilfe./jkr/bgf/fbr

(AWP)