EZB testet Zinsrisiko bei Banken - wohl kein höherer Kapitalbedarf

Die Europäische Zentralbank (EZB) lotet in einem abgespeckten Stresstest die Auswirkungen steigender Zinsen auf die Grossbanken im Euroraum aus. Eine Analyse der Bankbücher solle in den nächsten Monaten Klarheit bringen, wie verwundbar die Institute bei einem Zinsschock wären, erklärte die EZB-Bankenaufsicht am Dienstag in Frankfurt. Es werde jedoch nicht erwartet, dass die Kreditinstitute insgesamt mehr Kapital vorhalten müssten. Eigenkapital gilt als Puffer für Krisen. Der nächste grosse EU-weite Banken-Stresstest ist für 2018 geplant.
28.02.2017 17:53

Seit Jahren müssen sich die Banken mit niedrigen, teils sogar negativen Zinsen in Europa arrangieren. Grundsätzlich sind höhere Zinsen gut für Banken, da sie dann mehr verdienen. Steigen die Zinsen allerdings zu schnell zu stark, spricht man von einem Zinsschock. Dieser gilt als Gift für den gesamten Finanzmarkt.

Die Ergebnisse der jetzt startenden Analyse will die EZB im Juli in ihren regelmässigen Überprüfungs- und Bewertungsprozess ("Supervisory Review and Evaluation Process"/SREP) einfliessen lassen. Dabei legen die Aufseher individuelle Kapitalzuschläge für Banken fest.

Zudem bestimmen sie darüber, wie viel Geld die Institute für Dividenden oder Zinsen auf eigenkapitalähnliche Anleihen zahlen dürfen. Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die grössten Bankengruppen im Euroraum direkt, derzeit fallen darunter 126 Institute im gemeinsamen Währungsraum./das/ben/DP/tos

(AWP)