EZB-Umfrage: Experten rechnen wegen Brexit mit schwächerem Wachstum

FRANKFURT (awp international) - Professionelle Beobachter rechnen wegen des Brexit-Votums mit einem schwächeren Wachstum im Euroraum. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor. Demnach rechnen die 51 befragten Fachleute für 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent, gefolgt von 1,6 Prozent im Jahr 2018. Das sind 0,2 Punkte (2017) und 0,1 Punkte (2018) weniger als zum Zeitpunkt der vorherigen Umfrage vor drei Monaten.
22.07.2016 10:04

Die geringeren Wachstumserwartungen reflektierten weitgehend negative Auswirkungen des Brexit-Referendums auf den Euroraum, erklärte die EZB. Zumindest für das laufende Jahr blieb die Wachstumsprognose der Befragten mit 1,5 Prozent unverändert. Die Umfrage wurde laut Notenbank vom 30. Juni bis 6. Juli durchgeführt, also wenige Tage nach dem britischen EU-Votum vom 23. Juni.

Die Inflationserwartungen der Experten gingen ebenfalls zurück. Demnach rechnen die Fachleute für 2017 mit einer Inflation von 1,2 Prozent, im Jahr 2018 wird eine Rate von 1,5 Prozent erwartet. Das sind je 0,1 Punkte weniger als vor drei Monaten. Für 2016 wird wie bisher eine Teuerung von 0,3 Prozent erwartet. Die EZB strebt mittelfristig eine Rate von knapp zwei Prozent an. Weil sie dieses Ziel seit langem klar verfehlt, hat sie ihre Geldpolitik extrem gelockert./bgf/jkr/she

(AWP)