EZB-Vertreter signalisieren Fortsetzung der extrem expansiven Geldpolitik

In der Europäischen Zentralbank (EZB) deutet sich auch mit dem Wechsel an der Spitze der Notenbank eine Fortsetzung der extrem expansiven Geldpolitik an. Die designierte EZB-Präsidentin Christine Largade werde voraussichtlich den geldpolitischen Kurs des Amtsinhabers Mario Draghi fortsetzen, sagte Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras am Montag in Athen. Im November wird Lagarde das Amt vom bisherigen EZB-Chef Mario Draghi übernehmen.
16.09.2019 15:29

Es gebe starke geldpolitische und ökonomische Argumente, die auf eine Fortsetzung des aktuellen Kurses der EZB hindeuten, lautet die Einschätzung von Stournaras, der auch Ratsmitglied der Notenbank ist. Lagarde werde demnach mehr oder weniger die Linie ihres Vorgängers weiter verfolgen.

Zuletzt hatte die EZB auf der Ratssitzung in der vergangenen Woche ein umfangreiches Massnahmenpaket auf den Weg gebracht. Unter anderem wurde vor dem Hintergrund der Konjunkturflaute eine Verschärfung der Strafzinsen auf Bankeinlagen bei der EZB und eine Wiederauflage der Anleihekäufe beschlossen.

Nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane gibt es nach wie vor genügend Spielraum zur Fortsetzung der extrem lockeren Geldpolitik. Auf Basis eigener Projektionen der Notenbank sei man sicher, dass die Anleihekäufe in dem beschlossenen Volumen in einen "längeren Zeitraum" durchgeführt werden können. Einen konkreten Zeitrahmen nannte Lane am Montag nicht.

Ab November wird die EZB wieder Anleihen in einem Volumen von Monat 20 Milliarden Euro kaufen. Das Kaufprogramm hat keine zeitliche Begrenzung. Nach selbstauferlegten Regeln darf die EZB nur Anleihen eines Staates in einem Volumen von maximal 33 Prozent aller im Umlauf befindlichen Staatsanleihen kaufen, um so eine unerlaubte Staatsfinanzierung auszuschliessen. Nach Einschätzung von Ökonomen hat sich der Spielraum aufgrund jahrelanger Anleihekäufe zuletzt eingeengt./jkr/bgf/jha/

(AWP)