EZB warnt vor Regulierungs-Schlupflöchern nach Brexit

Der EZB machen taktische Überlegungen der Banken zum Umgehen hoher Regulierungsstandards zu schaffen. Dies sei "Grund zu grosser Sorge", sagte die oberste Bankenaufseherin der Europäischen Zentralbank (EZB), Daniele Nouy, am Freitag in Helsinki laut Redetext.
15.09.2017 09:24

So versuchten manche Institute etwa, sich durch Verlagerungen über nationale Grenzen hinweg Kontrollen zu entziehen. Dieses Thema rücke mit Blick auf den anstehenden EU-Austritt Grossbritanniens stärker in den Fokus.

Britische Banken dürften nach dem Brexit mit dem Aufbau von Standbeinen in der Europäischen Union (EU) und dabei insbesondere in der Eurozone dafür sorgen, dass sie weiter Zugang zum EU-Binnenmarkt haben.

Dabei könnten sie es womöglich so einrichten, dass sie nicht der EZB-Aufsicht unterworfen würden, sondern gemäss den jeweils in den Staaten geltenden Vorschriften kontrolliert würden, sagte Nouy. Dies biete den Banken wiederum Schlupflöcher bei der Aufsicht, da die Regeln in Europa noch nicht ausreichend aneinander angepasst worden seien.

Nach einem Austritt Grossbritanniens können Geldhäuser von London aus keine Produkte mehr in den übrigen 27 EU-Staaten verkaufen. Dafür erforderlich ist dann eine Lizenz in einem EU-Land. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht der grossen Institute in der Eurozone zuständig.

(AWP)