Fast die Hälfte der Schweizer Unternehmen zählt auf Inkassodienstleistungen

In der Schweiz werden laut einer Studie des Finanzdienstleisters EOS 15% der Rechnung verspätet eingezahlt. Daher sei fast die Hälfte der Schweizer Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit Inkassounternehmen angewiesen, wie der am Donnerstag veröffentlichten Studie "Europäische Zahlungsgewohnheiten" 2017 des auf Forderungsmanagement spezialisierten Unternehmens zu entnehmen ist.
09.11.2017 10:26

Verspätete oder gar nicht beglichene Rechnungen seien der Grund, warum 19% der rund 200 befragten Unternehmen einen Konkurs befürchten und professionelles Forderungsmanagement als wichtig einstufen. Mit 42% sei zudem ebenfalls knapp die Hälfte der Unternehmen der Ansicht, dass Kunden aus Vergesslichkeit zu spät oder gar nicht bezahlen.

"Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass die grosse Mehrheit der Konsumenten ihre Rechnungen pünktlich bezahlen möchte, aber durch kurz- oder langfristige Probleme oft einfach nicht kann", lässt sich Klaus Engberding, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EOS, in der Mitteilung zitieren. Es sei zwar verständlich, wenn aufgrund von wichtigeren Auslagen Rechnungen teilweise vergessen gingen. Bedenklich sei aber, wenn Kunden ihre Rechnungen absichtlich nicht bezahlen, so Engberding weiter. Dies sei nämlich betrügerisch.

Denn das vorsätzliche nichtbezahlen von Rechnungen sei keine Seltenheit: 39% der Schweizer Unternehmen klagen laut Befragung über vorsätzliches Nichtbezahlen im Privatkundenbereich. Bei Geschäftskunden seien es 21%. Die Studie zeige zudem, dass im vergangenen Jahr durch Inkassofirmen gerade 6% der ausstehenden Umsätze wieder zurückgeholt werden konnten.

Die im Frühjahr 2017 durchgeführte Studie umfasst jeweils 200 Unternehmen in 16 europäischen Ländern.

sta/dm

(AWP)