Fed-Brainard: Zinsschritte 'behutsam' vornehmen - Bilanzabbau 'bald' angemessen

Das Mitglied der US-Notenbank Fed, Lael Brainard, hat sich zurückhaltend zu weiteren Zinserhöhungen in den USA geäussert. Die Preisentwicklung sollte sorgfältig beobachtet werden, sagte Brainard am Dienstag in einer Rede in New York. Sie sprach sich dafür aus, dass weitere Zinserhöhungen "behutsam" vorgenommen werden sollen. Zuletzt hatte die Fed im Juni ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,00 bis 1,25 Prozent angehoben.
11.07.2017 19:23

Dagegen zeigte sich Brainard, die als Board-Mitglied im geldpolitischen Rat der Fed ein permanentes Stimmrecht hat, beim Thema Abbau der Notenbankbilanz etwas weniger vorsichtig. Sollten die künftigen Konjunkturdaten weiterhin eine starke Entwicklung am Arbeitsmarkt bestätigen und sich der Wirtschaftsaufschwung stabilisieren, wäre ein baldiger Beginn einer schrittweisen Reduzierung der Bilanzsumme angemessen, sagte sie.

Seit geraumer Zeit wird an den Märkten darauf spekuliert, dass die Fed im Verlauf des Jahres mit der Verringerung ihrer Bilanzsumme beginnen könnte. Die US-Notenbank hatte im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Volumen von mehr als vier Billionen Dollar erworben. Dies hatte zu einem Anstieg der Bilanzsumme auf 4,5 Billionen Dollar geführt.

Brainard wird an den Märkten als eine geldpolitische "Taube" eingeschätzt, also als eine Verfechterin einer eher lockeren Geldpolitik. Nach ihren Aussagen bewegte sich der Kurs des US-Dollar unter dem Strich nur wenig./jkr/mis

(AWP)