Fed-Chefin Yellen: Weitere Zinsschritte durch US-Konjunktur gerechtfertigt

Fed-Chefin Janet Yellen hält weitere Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank trotz mauer Teuerungsraten für gerechtfertigt. Robustes Wachstum, ein starker Arbeitsmarkt und eine gesunde Weltwirtschaft würden die Preise nach oben treiben, sagte Yellen laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript auf einer Bankenkonferenz in Washington. Allerdings sei die Inflation in den USA zuletzt überraschend niedrig ausgefallen. "Meine beste Schätzung ist, dass diese niedrigen Werte keinen Bestand haben, und mit der weiteren Stärkung des Arbeitsmarktes erwarte ich eine höhere Inflation im kommenden Jahr", sagte die Präsidentin der US-Notenbank.
15.10.2017 15:41

In den USA hatte sich der Preisauftrieb im September laut Zahlen vom Freitag etwas schwächer als erwartet entwickelt. Die Verbraucherpreise erhöhten sich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent, Volkswirte hatten mit einer Rate von 2,3 Prozent gerechnet. Experten gehen jedoch nicht davon aus, dass die US-Notenbank deswegen auf eine weitere Straffung der Geldpolitik verzichtet. Eine Zinserhöhung im Dezember gilt an den Finanzmärkten weiterhin als sehr wahrscheinlich.

Unter den US-Geldpolitikern besteht jedoch nach wie vor Unsicherheit über die weitere Preisentwicklung in den USA. Viele Mitglieder der Notenbank hatten ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass die vergleichsweise niedrige Inflation über einen längeren Zeitraum andauern könnte, wie aus den am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) vom 19. bis 20. September hervorging.

Yellens Amtszeit endet turnusgemäss im Februar. US-Präsident Donald Trump soll sie dem Vernehmen nach für eine weitere Amtszeit in Erwägung ziehen. Er hat aber auch andere Kandidaten im Visier./men

(AWP)