Fed-Mitglied Rosengren für behutsamen Abbau der Bilanz

Der US-Währungshüter Eric Rosengren hat sich für eine behutsame Reduzierung der billionenschweren Notenbankbilanz der Fed ausgesprochen. "Der Abbau einer grossen Bilanz sollte derart durchgeführt werden, dass die Priorität bei den kurzfristigen Zinsen als Mittel für ein Dämpfen beziehungsweise eine Stimulierung der Wirtschaft verbleibt", sagte Rosengren am Mittwoch im Bundesstaat New York.
19.04.2017 19:24

Der Bilanz-Abbau könnte demnach relativ bald beginnen. Allerdings sollte dies nicht dazu führen, dass das Tempo der Leitzinsanhebungen zu deutlich von dem Straffungstempo abweicht, das sich ohne einen Bilanzabbau ergäbe. Zuletzt sind die Zinserhöhungserwartungen mit Blick auf die Fed an den Finanzmärkten etwas gesunken, weil spekuliert wird, angesichts eines Bilanzabbaus könnte die Notenbank die Leitzinsen zum Ausgleich weniger anheben.

Die US-Notenbank hatte im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Volumen von mehr als vier Billionen Dollar erworben. Dies hatte zu einem Anstieg der Bilanzsumme auf 4,5 Billionen US-Dollar geführt. Zinszahlungen und Tilgungen auf diese Papiere werden bislang stets reinvestiert, sodass das Volumen unverändert bleibt. Laut dem Protokoll zur jüngsten Fed-Zinssitzung sind die meisten US-Notenbanker dafür, noch in diesem Jahr mit dem Abbau der Fed-Bilanz zu beginnen.

Rosengren ist der Präsident der regionalen Notenbank von Boston und er zählt zu den Befürwortern einer eher lockeren Geldpolitik, den sogenannten "Tauben". In diesem Jahr ist er aber nicht im geldpolitischen Rat der Fed (FOMC) stimmberechtigt. Zuletzt hatten er sich wie andere Fed-Mitglieder auch für insgesamt vier Zinserhöhungen im laufenden Jahr ausgesprochen./tos/he

(AWP)