Finanzaufseher warnen G20-Staaten vor Reformmüdigkeit

Vor dem G20-Gipfel warnen die globalen Finanzaufseher eindringlich vor Reformmüdigkeit bei der Bankenregulierung.
03.07.2017 15:02

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer rief die Staats- und Regierungschefs dazu auf, den nach der Finanzkrise ins Auge gefassten neuen Vorschriften Geltung zu verschaffen.

Sonst werde womöglich das gegenseitige Vertrauen untergraben. Dadurch könnten grenzüberschreitende Kapital- und Investitionsflüsse beeinträchtigt und letztlich das Wirtschaftwachstum gebremst werden, betonte der FSB-Vorsitzende Mark Carney in einem am Montag veröffentlichten Brief an die G20-Staatslenker. Diese treffen sich am Freitag und Samstag in Hamburg.

Das US-Finanzministerium hatte jüngst Pläne für eine Entschärfung vieler Vorschriften für heimische Banken vorgelegt. Die geplante weltweite Neufassung der internationalen Kapital- und Liquiditätsstandards - auch "Basel III" genannt - müsse dringend abgeschlossen und umgesetzt werden, mahnte Carney, der zugleich Gouverneur der Notenbank Grossbritanniens ist.

Derzeit ringen die USA und die Europäer im Rahmen des Basler Ausschusses noch über die letzten Punkte der Regeln. Hauptstreitpunkt ist die Frage, wie weit Banken die Risiken in ihren Bilanzen mit eigenen Modellen herunterrechnen dürfen, um Kapital zu sparen.

Der FSB koordiniert auf globaler Ebene die Arbeit der nationalen Finanzregulierer.

(AWP)