Finanzexperten zuversichtlich für Deutschland und Euroraum - ZEW

(Ausführliche Fassung) - Deutsche Finanzexperten bewerten die wirtschaftlichen Aussichten sowohl für Deutschland als auch den Euroraum nach wie vor zuversichtlich. Die vom Mannheimer ZEW-Institut erhobenen Konjunkturerwartungen stiegen im Mai weiter an. Der Indikator für Deutschland stieg um 1,1 Punkte auf 20,6 Zähler, die Kennzahl für die Eurozone erhöhte sich sogar um 8,8 Punkte auf 35,1 Zähler, wie das ZEW am Dienstag mitteilte.
16.05.2017 12:51

Sowohl für Deutschland als auch für den gemeinsamen Währungsraum stieg der Erwartungsindex auf den höchsten Stand seit August 2015. Doch nicht nur die konjunkturellen Aussichten, auch die wirtschaftliche Lage wurde von den 219 befragten Analysten besser bewertet. Für Deutschland stieg die Messzahl um 3,8 Punkte auf 83,9 Zähler, für die Eurozone erhöhte sie sich um 6,8 Punkte auf 18,3 Zähler.

DEUTSCHLAND UND EUROZONE IM AUFWIND

Der Konjunkturoptimismus halte an, kommentierte das ZEW die Umfrageergebnisse. "Die neusten Veröffentlichungen zum Bruttoinlandsprodukt bestätigen die gute Verfassung der deutschen Wirtschaft", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die deutsche Volkswirtschaft war im ersten Quartal um 0,6 Prozent gewachsen, was als robuster Wert gilt. Allmählich würden aber auch die Aussichten für das gesamte Eurogebiet besser, ergänzte Wambach.

Analysten nannten den Wahlerfolg des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron als wesentlichen Grund für die Stimmungsaufhellung im Euroraum. "Gerade der Anstieg der Erwartungskomponente für die Eurozone erklärt sich nicht zuletzt aus der nachvollziehbaren Erleichterung darüber, dass sich die Mehrheit der Franzosen gegen Rechtspopulismus und Europafeindlichkeit entschieden hat", sagte NordLB-Analyst Jens Kramer. Die Risiken für die Stabilität des Währungsraums seien damit geringer geworden.

'GOLDLÖCKCHEN-ÖKONOMIE'

ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sprach von der deutschen Volkswirtschaft als einer "Goldlöckchen-Ökonomie". Darunter verstehen Volkswirte, in Anlehnung an ein Märchen, eine Wirtschaftsentwicklung, die weder zu stark noch zu schwach ausfällt, und deshalb keine nennenswerten Folgeprobleme wie hohe Inflation hervorruft. "Nach dem ZEW-Index zu urteilen, sehen Investoren und Analysten in naher Zeit kein Ende der aktuellen Wachstumsparty in Deutschland." Die Wachstumsampel stehe weiter auf "grün". /bgf/jkr/stb

(AWP)