Finanzplatz Zürich mit schleppender Entwicklung

Der Finanzplatz Zürich sieht sich in einem schwierigen Geschäftsumfeld und entwickelt sich insgesamt nur verhalten. Belastende Faktoren sind das niedrige Zinsniveau, die Negativzinsen sowie der starke Franken.
13.01.2017 10:30
Sitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Sitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Bild: cash

Aber auch die Anpassung der Schweizer Finanzmarktregulierung, wie es in einer am Freitag vorgestellten Studie von BAK Basel im Auftrag des Kantons und der Stadt Zürich heisst. Für 2016 sei von einem "marginalen" Wachstum der Wertschöpfung des Finanzsektors der Region Zürich um 0,5% auszugehen.

Für die kommenden beiden Jahre gehen die Autoren der Studie von einer leichten Beschleunigung aus - 2017 soll der regionale Finanzsektor wieder um 1,5% und 2018 um 1,8% wachsen. Begünstigt werde die Erholung von einer insgesamt etwas stärkeren Schweizer Konjunktur. Zudem sei davon auszugehen, dass die fortschreitende Digitalisierung sowie Auslagerungen die Produktivität des Finanzsektors steigern würden.

Wichtigste regionale Branche

Für die Region Zürich stellt der Finanzsektor weiterhin die wichtigste Branche dar: Im Jahr 2015 generierte er eine Bruttowertschöpfung von 26,5 Mrd CHF, was gut 17% des regionalen Bruttoinlandsprodukts entsprach. Knapp jeder zehnte Beschäftigte der Region war 2015 laut den Angaben im Finanzsektor tätig.

Die Bruttowertschöpfung stammte fast zu gleichen Teilen von den Banken (45%) wie von den Versicherungen (44%). Die verbleibenden 11% entfielen auf weitere Finanzdienstleister wie Vermögensverwalter, Hedge-Fonds, Geldbroker oder Versicherungsmakler.

Digitalisierung

Als einer der wichtigsten Treiber des Strukturwandels in der Finanzindustrie gilt die Digitalisierung. Davon seien sämtliche Geschäftsbereiche vom Back-Office über die Finanz-Infrastruktur bis zum Kundenkontakt betroffen. Im Bereich Fintech verfügten Banken und Versicherer über Software-Lösungen, stellt die Studie fest. Allerdings gingen die meisten Institute dabei noch sehr selektiv vor.

Als Technologie mit der grössten Relevanz sehen laut der Studie sowohl Banken wie Versicherer die "Big Data"-Analyse. Banken schätzten darüber hinaus das "Personal Finance Management" sowie "Robo-Advisor" als künftig besonders bedeutsam ein, die Versicherer dagegen Online-Vertriebsportale und "Smart Contracts".

Bezüglich der Wertschöpfungskette geben die Banken an, bereits einen grösseren Anteil ausgelagert zu haben als die Versicherer. Sowohl die Banken als auch die Versicherer der Region haben laut der Studie aber weiterhin noch hohe Eigenfertigungsquoten. Die Banken sehen weiteren Handlungsbedarf für Auslagerungen im Bereich des Zahlungsverkehrs, die Versicherer bei Vertrieb/Beratung und den übergreifenden Leistungen.

(AWP)