Frankreich: Wahlunsicherheit belastet Geschäftsklima nicht

(Ausführliche Fassung) - Die Stimmung in französischen Unternehmen bleibt vor der entscheidenden Runde der französischen Präsidentschaftswahlen gut. Der Indikator für das Geschäftsklima habe im April wie bereits im Vormonat bei 104 Punkten gelegten, teilte das Statistikamt Insee am Dienstag mit. Dies war von Volkswirten erwartet worden.
25.04.2017 09:41

Das Geschäftsklima verbleibt damit auf einem hohen Niveau. Der Indikator liegt nur knapp unter dem höchsten Stand seit fast sechs Jahren.

INDUSTRIESTIMMUNG AUF DEM HÖCHSTEN STAND SEIT FAST 6 JAHREN

Deutlich verbessert hat sich die Stimmung in der Industrie. Das Produzentenvertrauen stieg um drei Punkte auf 108 Punkte. Dies ist der höchste Stand seit Juni 2011. Volkswirte hatten hier lediglich mit 105 Punkten gerechnet.

Der am vergangenen Freitag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft war im April auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren gestiegen. Sowohl im Dienstleistungssektor als auch in der Industrie hatte sich der Indikator überraschend verbessert. Zuletzt mehrten sich auch positive Signale vom Arbeitsmarkt.

EUROKURS LEGT NACH DATEN ZU

Die politische Unsicherheit im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen hat sich also nicht negativ in den Stimmungsdaten niedergeschlagen. Der proeuropäische Kandidat Emmanuel Macron hat an diesem Sonntag die erste Runde der Präsidentschaftswahlen gewonnen. An den Finanzmärkten ist seitdem die Zuversicht gewachsen. "Allerdings würden die Sorgen über die Entwicklungen in Frankreich wieder aufflackern, wenn der Vorsprung von Emmanuel Macron auf Marine Le Pen drastisch zusammenschmelzen würde", erwartet Dirk Gojny, Analyst bei der National-Bank.

Der Eurokurs legte nach den Daten zu und stieg auf ein Tageshoch von 1,0892 US-Dollar./jsl/jkr/fbr

(AWP)