Frankreichs Notenbankchef schliesst sich Kritikern neuer Anleihekäufe an

Der französische Notenbankpräsident und Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Francois Villeroy de Galhau, hat seine ablehnende Haltung zur Wiederauflage der Anleihekäufe durch die EZB deutlich gemacht. Die weiteren Käufe von Anleihen seien derzeit nicht notwendig, sagte Villeroy de Galhau am Dienstag in einer Rede in Paris. Der Notenbanker schloss sich damit den Notenbankchefs Deutschlands, der Niederlande und Österreichs an, die zuvor bereits den jüngsten geldpolitischen Kurs der EZB kritisiert hatten.
24.09.2019 09:51

Villeroy de Galhau räumte in der Rede ein, dass die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft zunehmend unsicher sei. Er wies aber darauf hin, dass die Zinssenkung der EZB und das neue Zinsversprechen der Notenbank für sich alleine bereits "eine starke und konsequente Kombination" seien.

Der Widerstand im EZB-Rat gegen die Entscheidung, die Anleihekäufe wieder aufzunehmen, ist offenbar gross. Laut Medienberichten haben sich auch die EZB-Direktoren aus Deutschland, Sabine Lautenschläger, und aus Frankreich, Benoit Coeure, den Abweichlern angeschlossen.

Die EZB hatte kurz vor Ende der Amtszeit des Notenbank-Präsidenten Mario Draghi ein umfangreiches Massnahmenpaket beschlossen. Neben höheren Strafzinsen für Banken und ein auf unbestimmte Zeit zementiertes Zinstief beinhaltet das Paket auch frische Milliarden für Anleihekäufe. Ab 1. November sollen monatlich 20 Milliarden Euro in den Erwerb von Anleihen gesteckt werden./jkr/fba

(AWP)