Frankreichs Notenbankchef skeptisch gegenüber neuen EZB-Wertpapierkäufen

Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau hat sich zurückhaltend zur Idee neuer Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) geäussert. Die EZB müsse nicht alle geldpolitischen Instrumente gleichzeitig zum Einsatz bringen, sagte Villeroy de Galhau dem französischen Magazin L'Agefi. Das Gespräch wurde am späten Dienstagabend auf der Internetseite des Magazins veröffentlicht.
04.09.2019 08:32

Gefragt danach, ob die EZB ihre Wertpapierkäufe aktuell neu starten solle, sagte der Franzose, diese Frage sei zu diskutieren. Er nannte jedoch einige Argumente, die eher gegen eine sofortige Wiederaufnahme der Käufe sprechen. Beispielsweise sorge bereits der hohe Bestand an Wertpapieren in der EZB-Bilanz für eine Reduzierung der langfristigen Kapitalmarktzinsen. Eine zusätzliche Zinssenkung könnte dagegen geboten sein, ergänzte Villeroy de Galhau.

Der EZB-Rat trifft sich in gut einer Woche zu seiner nächsten Zinssitzung. Angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung und der niedrigen Inflation prüft die Notenbank derzeit eine weitere Lockerung ihrer schon sehr lockeren Geldpolitik. In der Diskussion stehen eine Zinssenkung und neue Wertpapierkäufe. Gegen letztere hatten sich zuletzt mehrere Zentralbanker ausgesprochen, darunter Bundesbankchef Jens Weidmann./bgf/mis

(AWP)