Fremdenverkehrsbilanz 2016 erstmals negativ

Erstmals seit Erhebung der Fremdenverkehrsbilanz haben 2016 ausländische Gäste in der Schweiz weniger ausgegeben als die Schweizer während ihrer Reisen im Ausland. Nach ersten Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) beläuft sich der Saldo in dem von der Frankenstärke geprägten Wirtschaftsumfeld auf -252 Mio CHF, wie das BFS in einer Mitteilung vom Freitag schreibt.
30.06.2017 10:11

Während die Schweizerinnen und Schweizer im vergangenen Jahr mit 16,3 Mrd CHF rund 3,8% mehr im Ausland ausgaben, stiegen die Ausgaben der ausländischen Gäste in der Schweiz nur um 1,4% auf 16 Mrd CHF. Immerhin zeigte sich nach dem Rückgang der Einnahmen um 3,2% im Vorjahr eine teilweise Erholung.

Rund zwei Drittel der Einnahmen stammten aus dem Reiseverkehr mit Übernachtungen. Diese gingen aber um 1,2% auf 10,3 Mrd CHF zurück. Dies sei hauptsächlich auf das Logiernächte-Minus zurückzuführen, heisst es weiter. Dieses sei nur teilweise durch den Anstieg der pro Logiernacht getätigten Ausgaben kompensiert worden. Auch die Einnahmen aus Studien- und Spitalaufenthalten sanken um 1,2%.

Hingegen stiegen die Einnahmen aus dem Tages- und Transitverkehr um 9%. Die Konsumausgaben der Grenzgänger sowie Kurzaufenthalter legten um 4,2% auf 2,6 Mrd CHF zu.

Durch die starke Frankenaufwertung geben derweil die Schweizer im Ausland mehr Geld aus. Im vergangenen Jahr waren es 3,8% mehr und damit die erwähnten 16,3 Mrd CHF. Mehr als 70% dieser Ausgaben seien auf den Reiseverkehr mit Übernachtungen zurückzuführen, die Ausgaben während dieser Aufenthalte stiegen um 5,3%. Die 2015 stark gestiegenen Ausgaben im Tages- und Transitverkehr stabilisierten sich mit -0,1% auf dem hohen Niveau.

dm/tp

(AWP)