Früherer Credit Suisse-Banker bekennt sich in USA wegen Steuervergehen schuldig

Washington (awp) - Ein ehemaliger Banker der Credit Suisse (CS) hat sich am Mittwoch vor einem US Gericht schuldig bekannt, US-Steuerzahler bei der Steuerhinterziehung unterstützt zu haben. Der Banker habe die Vergehen während seiner Anstellung bei der CS am Nordamerika-Desk begangen, heisst es in einer Mitteilung des US-Justizdepartement (Department of Justice DoJ) vom Mittwochabend.
22.06.2016 21:47

Der 48-jährige, in der Schweiz wohnhafte italienische Staatsbürger leistete das Schuldeingeständnis vor einem Bezirksgericht in Virginia. Er war bereits 2011 zusammen mit weiteren CS-Bankern in den USA angeklagt worden. Es handle sich um den "dritten Flüchtigen", der in die USA gekommen sei und sich schuldig bekannt habe, schreibt das DoJ. Im Mai 2015 war zudem bekannt geworden, dass die US-Notenbank Fed gegen den Mann und weitere vier frühere CS-Banker ein Berufsverbot ausgesprochen hatte.

Der ehemalige CS-Banker gab vor Gericht zu, dass er in der Zeit von 2002 bis 2009 als Kundenberater für die CS an einer "weitreichenden Verschwörung" teilgenommen habe US-Steuerzahlern bei der Hinterziehung der Einkommensteuern zu helfen, indem sie ihre Vermögen und Einkommen in "geheimen Schweizer Bankkonten" versteckten. Er sei zudem ein bis zwei Mal jährlich in die USA gereist, um sich mit Kunden zu treffen. Die Steuerverluste wegen seiner Tätigkeit hätten zwischen 1,5 Mio und 3,5 Mio USD betragen.

Dem Angeklagten droht nun eine Maximalstrafe von fünf Jahren Haft sowie Geldstrafen. Zwei weitere CS-Banker waren bereits im März 2015 zu Bewährungsstrafen sowie Bussen verurteilt worden. Die Credit Suisse hatte zur Beendigung des US-Steuerstreits im Mai 2014 ein Schuldeingeständnis abgegeben und dabei Strafzahlungen über 2,6 Mrd USD geleistet.

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(AWP)