Geldverleih per Smartphone laut Studie in der Schweiz unbeliebt

Das Verleihen von Geld über das Smartphone fristet in der Schweiz laut einer Studie des Beratungsunternehmens EY ein Mauerblümchendasein. Auch andere digitale Dienstleistungen wie Versicherungsvergleiche oder die Verwendung von Gesundheitsdaten stossen auf wenig Beliebtheit. Einzig beim Bezahlen greift bereits mehr als die Hälfte der hiesigen Nutzer auf Fintech-Produkte zurück.
12.07.2017 11:10

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Vergleich mit dem Ausland. Während in China bereits knapp 70% der regelmässigen Internetnutzer neue digitale Technologien für Finanz- und Versicherungsdienstleistungen nutzt, sind es in der Schweiz gerade mal 30%. Damit liegt die Schweiz gemäss des "EY FinTech Adoption Index 2017" unter dem weltweiten Durchschnitt von 33%. Dennoch: Der Anteil der aktiven FinTech-Nutzer gemässen an der "Onlinebevölkerung" weltweit habe sich innerhalb der letzten 18 Monate verdoppelt, so der Befund.

NUR BEZAHLDIENSTE REGELMÄSSIG IM EINSATZ

Die EY-Studie untersuchte 5 Varianten von Fintech-Anwendungen, die unter dem Sammelbegriff für zumeist digitale Technologien im Finanzdienstleistungsbereich von Banken und Versicherungen anzusiedeln sind. Dabei zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der Schweizer Nutzer Geldtransfers und Bezahldienste regelmässig nutzen. Weitere 28% der Befragten hätten zudem bereits Versicherungsdienstleistungen wie Online-Prämienvergleiche in Anspruch genommen oder mit dem Smartphone Gesundheitsdaten an Krankenkassen weitergegeben.

Auf wenig Begeisterung stossen jedoch laut Studie Onlinedienste zur Budgetplanung (4%) und Anwendungen zum Sparen und Investieren in Form von Crowdfunding sowie Apps für den Handel mit Aktien (10%). Beinahe ungenutzt werden in der Schweiz Onlineangebote für das Leihen von Geld zwischen Privatpersonen (Peer-to-Peer-Lending). Hier sind es gerade mal 2%, so die Studie.

Hinderungsgründe seien Unkenntnis und fehlende Nachfrage. So wüssten 12% der hiesigen Onlinenutzer nichts von entsprechenden Angeboten und 13% hätten bislang nicht das Bedürfnis gehabt, sie zu verwenden, schreiben die Experten. Allerdings sei auch hier inzwischen der Anteil der interessierten und informierten Nutzer deutlich gestiegen.

sta/cf

(AWP)