Griechenland unter Druck: Rendite zweijähriger Anleihen steigt über 10 Prozent

Zunehmende Sorgen um Griechenlands Staatsfinanzen und den Verbleib im Euro treiben die Zinsen griechischer Staatspapiere nach oben. Am Donnerstag kletterte die Rendite zweijähriger Anleihen im Handel erstmals seit über einem halben Jahr wieder über 10 Prozent. In allen anderen Ländern der Eurozone liegt die entsprechende Rendite zurzeit im negativen Bereich.
09.02.2017 14:11

Derzeit steht eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an einem weiteren Rettungspaket für Griechenland auf der Kippe. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte am Mittwochabend in der ARD-Sendung "Maischberger", weiter Druck auf Griechenland auszuüben, Reformen voranzutreiben. "Sonst können sie nicht in der Währungsunion bleiben", sagte Schäuble.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warnte Schäuble davor, Griechenland schlechtzureden. "Gerade in der derzeitigen schwierigen Situation für Europa ist eine krisenhafte Zuspitzung gefährlich", sagte Oppermann der Deutschen Presse-Agentur. "Auch deshalb rate ich Herrn Schäuble von einer erneuten öffentlichen Kampagne wie im Sommer 2015 gegen Griechenland ab."

Neben Griechenland stehen auch andere Länder der Eurozone derzeit wieder stärker im Fokus von Anlegern, die einen Zerfall des Euroraums fürchten. In Frankreich finden dieses Jahr Wahlen statt. Die Präsidentschaftskandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, fordert den Euro-Austritt Frankreichs. Zudem birgt die politische Situation in Italien sowie die Lage im dortigen Bankensektor Risiken.

Das färbt auch auf andere südeuropäische Länder ab. Portugal musste am Mittwoch für die Schuldenaufnahme deutlich höhere Zinsen hinnehmen als zuletzt. "Der jüngste Renditeanstieg spiegelt gewachsene Sorgen der Anleger um den Zusammenhalt des Euroraums wider", sagte Dirk Gojny, Experte bei der National-Bank./tos/jkr/zb

(AWP)