Handelsregistereinträge steigen 2016 um 2,2% - Günstige Steuern locken Firmen

Die Zahl der Handelsregistereinträge in der Schweiz ist im vergangenen Jahr um 2,2% auf rund 612'000 Gesellschaften gestiegen. Spitzenreiter in der Statistik des Eidgenössischen Amtes für das Handelsregister ist der Kanton Luzern, der einen Zuwachs bei den Einträgen um 4,2% auf rund 26'000 Gesellschaften verzeichnet.
06.01.2017 11:40

Auf dem zweiten Platz landet der Kanton Schwyz. Die Zahl der Handelsregistereinträge stieg in dieser Region um 3,4% auf rund 17'100 Gesellschaften.

Schlusslichter sind gemäss der am Freitag publizierten Daten die Kantone Basel-Landschaft und Schaffhausen, wo die Neugründungen lediglich um 0,2% auf rund 16'700 Gesellschaften beziehungsweise um 0,4% auf rund 5'400 Einträgen zulegten.

Im Kanton mit den meisten Handelsregistereinträgen, Zürich, legten die Werte um 2,6% auf rund 105'000 Gesellschaften zu. Schweizweit gesehen landete der Kanton Zürich damit in etwa im Mittelfeld.

AUCH IM MEHRJAHRESVERGLEICH OBEN

Bei einem längeren Betrachtungshorizont verdichtet sich das Bild, dass Kantone mit günstigen Steuern auch mehr Handelsregistereinträge erhalten. So erhöhten sich beim Spitzenreiter die Werte für die Registrierungen seit 2011, dem Kanton Luzern, um 25%. Die Zahl der Einträge beim zweitplatzierten Kanton Schwyz stiegen im gleichen Zeitraum um 22%.

Schlusslichter in der Mehrjahresbetrachtung sind die Kantone Basel-Stadt und Zug, bei denen sich die Bestände an eingetragenen Gesellschaften lediglich um 3,0% beziehungsweise um 3,7% erhöhten. Die Werte für den Kanton Zürich legten seit 2011 um 12% zu.

Als Ursache für diese Entwicklungen vermuten Experten die Schaffung günstigerer Unternehmenssteuern. Tatsächlich verfügt der Kanton Luzern ab 2012 über die niedrigste Gewinnsteuerbelastung unter den Kantonen.

Bei den Rechtsformen legten denn auch die Aktiengesellschaft (AG) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) im Kanton Luzern beim Mehrjahresvergleich um rund 30% beziehungsweise um rund 50% zu. Im letztplatzierten Kanton Basel-Stadt sank dagegen die Zahl der registrierten AGs um drei%.

Aussagen über die Geschäftstätigkeit der einzelnen Gesellschaften lassen sich aus den Registerzahlen allerdings keine ableiten. Insbesondere die spannende Frage, ob es sich bei den Eintragungen nur um sogenannte Briefkastenfirmen handelt oder ob die Unternehmen tatsächlich Arbeitsplätze in den Regionen schaffen, bleibt auf dieser Datenbasis unbeantwortet.

(AWP)