Hannover Messe beginnt mit Merkel-Rundgang

Mit dem traditionellen Rundgang der deutschen Kanzlerin Angela Merkel hat am Montag die Hannover Messe für Besucher begonnen. Merkel hatte die als weltgrösste Industrieschau geltende Messe am Vorabend zusammen mit Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo aus dem diesjährigen Partnerland offiziell eröffnet.
24.04.2017 13:13

Bei der Eröffnungsfeier plädierte Merkel eindringlich für offene Märkte. Abschottung und Protektionismus führten auf Dauer immer wieder zu Verlusten, warnte sie.

Die fünftägige Messe greift im 70. Jahr ihres Bestehens erneut das Thema vernetzte Industrie auf - Roboter spielen bei den rund 6500 Ausstellern eine immer wichtigere Rolle. Erwartet werden rund 200'000 Besucherinnen und Besucher. Parallel zur Suche nach neuen Geschäftsmodellen geht es angesichts der Risiken in vielen Exportländern aber auch um politische Orientierung für die Branche.

BDI sieht vielfältige Risiken

BDI-Chef Dieter Kempf erklärte am Montag auf der Hannover-Messe, die deutsche Industrie erwartet im laufenden Jahr einen moderaten Aufschwung. Die Wirtschaftsleistung werde 2017 voraussichtlich um 1,5 Prozent zulegen, dadurch könnten 500'000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Es sei jedoch die Frage, ob der Aufschwung robust genug sei, um den vielfältigen Risiken zu trotzen, die den Export bedrohten. Zu den Wachstumstreibern zählt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) die rege Bau- und Forschungstätigkeit der Unternehmen. Dagegen legten die Exporte nur verhalten zu. "Insgesamt sind wir von einer Rückkehr zu dynamischem Wachstum der deutschen Ausfuhren noch weit entfernt."

BDI warnt vor Protektionismus und Populismus

Der BDI-Chef warnte vor mehr Protektionismus als grossem Risiko für die Industrie. Es sei besonders beunruhigend, dass aus den USA versöhnliche Signale in der Handelspolitik bisher ausblieben.

Zugleich riet Kempf von Populismus ab. Es sei grundfalsch, "wenn Politiker jedweder Couleur aus den Mitgliedsstaaten Europa zum Sündenbock für selbst verursachte Probleme" machten. Dagegen könne es nur Mittel geben: Europa zusammenzuhalten und den Wirtschaftsraum zu stärken. Dabei sei es entscheidend, dass die Vorteile der EU für jeden Einzelnen verständlich seien.

(AWP)