Historischer Konjunktureinbruch in Spanien

In Spanien ist die Wirtschaft wegen der Corona-Krise in den Monaten April bis Juni dramatisch eingebrochen. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um 18,5 Prozent, wie das nationale Statistikinstitut am Freitag in Madrid nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mitteilte. Es ist der stärkste konjunkturelle Einbruch, der Spanien bisher getroffen hat.
31.07.2020 09:30

Darüber hinaus ist der Einbruch auch der stärkste konjunkturelle Rückschlag in einem europäischen Land im zweiten Quartal, der bisher gemeldet worden war. Bereits im ersten Quartal hatten sich in der viertgrössten Volkswirtschaft der Eurozone deutliche Spuren der Corona-Krise gezeigt. In den Monaten Januar bis März war die spanische Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um 5,2 Prozent gesunken.

Experten hatten für das zweite Quartal mit einem starken Rückschlag gerechnet, waren aber nur von einem Einbruch um 16,6 Prozent ausgegangen. Die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie fallen vor allem in den Zeitraum April bis Juni. Spanien zählte zu den Ländern in Europa, die von der Pandemie besonders stark getroffen wurden.

Der starke Rückgang der spanischen Wirtschaftsleistung ist unter anderem auf einen Einbruch der Konsumausgaben und der Investitionen zurückzuführen. Vor allem die Tourismusbranche, die in der spanischen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielt, leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie./jkr/zb

(AWP)