Ifo-Geschäftsklima steigt auf höchsten Stand seit Juli 2011

(Ausführliche Fassung) -AFX) - Die Stimmung in den deutschen Unternehmen war im März so gut wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Das Geschäftsklima stieg um 1,2 Punkte auf 112,3 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Juli 2011. Bankvolkswirte hatten lediglich mit 111,1 Punkten gerechnet. "Der Aufschwung gewinnt an Kraft", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
27.03.2017 12:00

Die deutliche Aufwärtsentwicklung bei der Beurteilung der Geschäftslage hält an. Der Wert legte im März um 0,9 Punkte auf 119,3 Punkte zu. Dies ist der höchste Stand seit Juli 2011. Aber auch die Geschäftserwartungen verbesserten sich. Sie stiegen um 1,5 Punkte auf 105,7 Punkte.

'SOLIDES WACHSTUMSJAHR ERWARTET'

"Die deutschen Unternehmen wischen potentielle Risiken wie den Brexit, Trump und Le Pen beiseite", kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Stattdessen konzentrieren sie sich auf das Handfeste, nämlich auf die steigende Nachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus den Schwellenländern." Krämer erwartet für das erste Quartal daher ein kräftiges Wachstum der deutschen Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 0,7 Prozent zum Vorquartal zulegen.

"Das Konjunkturbarometer zeigt einmal mehr, dass ein erneut solides Wachstumsjahr vor uns liegt", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt von der VP-Bank. Entscheidend für die künftige Entwicklung seien jetzt die Exporte." Sollte in Frankreich ein rechtspopulistisches Erdbeben bei den Präsidentschaftswahlen ausbleiben und mit Emmanuel Macron ein Reformer ans Ruder gelangen, wird auch die deutsche Exportwirtschaft davon profitieren."

'VERHALTENE REAKTION AN DEN FINANZMÄRKTEN'

Auch für die Eurozone insgesamt hatte sich die Stimmung in den Unternehmen zuletzt deutlich aufgehellt. Die am vergangenen Freitag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes erreichten den höchsten Stand im März seit knapp sechs Jahren. Besonders deutlich hatte sich der Indikator für Frankreich verbessert.

An den Finanzmärkten spielten die Daten keine durchschlagende Rolle. Der Euro notierte kaum verändert, nachdem er bereits vor den Daten auf ein Tageshoch von 1,0873 Dollar gestiegen war. Die Anleihekurse gaben einen kleinen Teil ihrer vorherigen Gewinne ab. Der Dax machte einen Teil seiner vorherigen Verluste wett, notierte aber weiter im Minus.

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(AWP)