Ifo-Geschäftsklima trübt sich deutlich ein

(Ausführliche Fassung)
25.08.2016 10:47

MÜNCHEN (awp international) - Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im August überraschend und deutlich eingetrübt. Das Ifo-Geschäftsklima fiel zum Vormonat um 2,1 Punkte auf 106,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Februar. Volkswirte hatten dagegen einen leichten Anstieg auf 108,5 Punkte erwartet. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Bewertung der aktuellen Lage trübten sich spürbar ein.

"Die deutsche Konjunktur fällt in ein Sommerloch", kommentierte das Institut, ohne auf mögliche konkrete Gründe für den Stimmungsrückschlag einzugehen. In den betrachteten Wirtschaftsbereichen trübte sich die Stimmung in der Industrie sowie im Gross- und Einzelhandel ein. Im Baugewerbe stagnierte der Indikator dagegen auf einem Rekordhoch, während er im Dienstleistungssektor weiter anstieg.

FIRMEN KOMMEN IN 'BREXIT-REALITÄT' AN

"Es scheint, als bräuchten deutsche Unternehmen immer ein bisschen länger, um Nachrichten zu verdauen - aber der heutige Ifo-Index legt nahe, dass die deutschen Unternehmen plötzlich in der Brexit-Realität aufgewacht sind", kommentierte ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. So hatte sich das Geschäftsklima im Juli - etwa einen Monat nach dem Brexit-Votum in Grossbritannien - zwar eingetrübt, allerdings wesentlich schwächer als jetzt im August. "Es ist nicht das erste Mal, dass der Ifo-Index auf globale Ereignisse mit einer Verzögerung von ein bis zwei Monaten reagiert", erklärte Brzeski.

An den Finanzmärkten kamen die Zahlen nicht gut an. Der deutsche Aktienindex Dax fiel nach Bekanntwerden der Umfrageergebnisse auf sein Tagestief. Der Euro zeigte sich dagegen unbeeindruckt und legte sogar leicht zu. Das Ifo-Geschäftsklima basiert auf einer monatlichen Umfrage unter etwa 7000 Unternehmen und gilt als Deutschlands bedeutendster wirtschaftlicher Frühindikator./bgf/jkr/stb

(AWP)