Indiens Solarbranche weckt Interesse der Investoren

Auf der Suche nach langfristigen Anlagen aus umweltfreundlichen Projekten richten Investoren ihren Blick immer häufiger nach Indien: Ministerpräsident Narendra Modi treibt in Asiens drittgrösster Volkswirtschaft mit dem Bau grosser Solarparks den Wandel von fossilen zu erneuerbaren Brennstoffen voran.
01.05.2017 08:53

Modi plant für die nächsten fünf Jahre Investitionen in die Solarbranche von 100 Milliarden Dollar. Im Rücken hat er Kredite der Weltbank. Kein anderes Land erhält von dem Geldgeber zum Aufbau der Solarwirtschaft so hohe Unterstützung wie Indien.

Die Bedingungen sind dort mit häufig mehr als 300 Tagen Sonnenschein optimal. In weniger als drei Jahren haben sich die Kapazitäten zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie verdreifacht.

Angefeuert wurde das Wachstum durch gesunkene Preise für Solarmodule und niedrigere Kreditkosten. Mit etwa zwölf Gigawatt machen sie dennoch nur einen Bruchteil der Gesamtkapazität von etwa 315 Gigawatt aus. Bis 2022 will Modi den Solaranteil auf 100 Gigawatt nach oben treiben.

Dazu sollen Investoren aus der ganzen Welt angelockt werden. Japans Telekom-Riese und Grossinvestor Softbank hat zusammen mit Partnern bereits Investitionen von 20 Milliarden Dollar in die indische Solarbranche zugesagt.

Auch europäische Versorger wie EDF, Engie und Enel sind auf dem indischen Markt für erneuerbare Energien schon präsent.

Das gleiche gilt für die Beteiligungsfonds von Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley. Die Fühler ausgestreckt haben zudem einige der weltgrössten Pensionskassen wie etwa Kanadas Marktführer Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB).

Erträge auf Investitionen stehen in Frage

Die Nachfrage scheint gesichert. Da die Wirtschaft wächst und immer mehr Menschen in die Städte ziehen, rechnet Indien mit einer Vervierfachung des Strombedarfs in den nächsten zwei Jahrzehnten auf 690 Gigawatt.

Doch Investoren sehen auch Schattenseiten: Manche befürchten, von hochverschuldeten indischen Energieversorgungsunternehmen nicht bezahlt zu werden. Andere sehen die Rendite wegen fallender Strompreise in Gefahr.

"Auf die Investitionen Erträge zu bekommen und von den Vertriebsgesellschaften bezahlt zu werden, sind die grössten Risiken für ausländische Investoren", sagte Sumant Sinha, Chef der von Goldman unterstützen Energiefirma ReNew Power.

(AWP)