Indische Wirtschaft startet nach Bargeldreform schwach ins Jahr 2017

Nach einer radikalen Bargeldreform ist die indische Wirtschaft mit enttäuschendem Wachstum ins Jahr 2017 gestartet. Von Januar bis März habe die Wirtschaft um 6,1 Prozent zugelegt, teilte die Regierung am Mittwoch in Neu Delhi. Das ist gut ein Prozentpunkt weniger als im Schlussquartal 2016 und das schwächste Wachstum seit Ende 2014. Experten hatten stattdessen im Mittel mit einer ungedämpften Fortsetzung des Wachstumskurses gerechnet.
31.05.2017 14:50

Während die Staatsausgaben kräftig sprudelten, gingen die Vermögenswerte sowie die Investitionen zurück und die privaten Konsumausgaben trugen deutlich weniger als im Vorquartal zum Wachstum bei. Für das gesamte Haushaltsjahr, das am 31. März 2017 endete, gehen die staatlichen Statistiker dennoch weiterhin von einem Wachstum um 7,1 Prozent aus.

Im Schlussquartal 2016 war eine Wachstumsdelle infolge der jüngsten Bargeldreform entgegen den Erwartungen vieler Experten- etwa vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und von der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) - zunächst weitgehend ausgeblieben.

In der Nacht zum 9. November hatte die indische Regierung überraschend die beiden grössten Geldscheine des Landes und damit mehr als 80 Prozent des im Umlauf befindlichen Bargelds für ungültig erklärt. Der anschliessende Umtauschprozess sorgte für grosses Chaos. Insbesondere arme Landbewohner, die häufig kein Bankkonto haben, litten unter der Massnahme und gerade kleine Unternehmen waren überdurchschnittlich stark von der Bargeldreform betroffen./tos/jkr/fbr

(AWP)