Industrie-KMU sehen weitere Existenz durch starken Franken bedroht

Die Schweizer Maschinenindustrie erholt sich nach harten Jahren - nicht jedoch deren kleine und mittlere Unternehmen. Mit einer Studie bestärken die KMU und die Gewerkschaft Unia nun ihre Forderung an die Nationalbank, Massnahmen gegen den starken Schweizer Franken zu ergreifen.
21.11.2017 11:56

Die Unia und der KMU-Verband Swissmechanic halten den Franken nach wie vor für überbewertet. Dies belaste die Margen massiv und stelle damit ein "existenzielles Problem" für die KMU dar, gaben sie am Dienstag gemeinsam vor den Medien in Bern bekannt.

Swissmechanic und die Unia verweisen auf eine Studie der Hochschule St. Gallen, die sie in Auftrag gegeben haben. Diese fordert von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein strategisches Wechselkursziel zwischen 1,18 und 1,20 Franken zum Euro. Die SNB hatte ihren Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken im Januar 2015 aufgegeben. Das hatte eine starke Aufwertung des Franken nach sich gezogen.

Studienleiter Franz Jaeger warnte, dass sich die Vergangenheit mit einem Frankenschock durchaus wiederholen könnte. "Wir haben weiterhin ein Problem mit dem Franken, und die Chance ist gross, dass er erneut zu einem Problem werden könnte", sagte der emeritierte HSG-Professor.

Neben dem Wechselkursziel empfehlen die Studienautoren auch neue Finanzierungsformen jenseits von Bankkrediten. Zudem solle die berufliche Aus- und Weiterbildung als Basis für Innovation gestärkt werden, gerade angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung.

(AWP)