Industrieproduktion in Grosbritannien schrumpft nach Brexit-Schock

(Mit weiteren Details ergänzt)
07.09.2016 11:14

London (awp/sda/reu) - Nach dem Brexit-Schock hat die britische Industrie die Produktion so stark gedrosselt wie seit einem Jahr nicht mehr. Sie ging im Juli zum Vormonat um 0,9 Prozent zurück, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte. Im Juni lag das Minus lediglich bei 0,2 Prozent.

Nach dem Anti-EU-Referendum vom 23. Juni herrscht Unsicherheit, ob das Land nach einem Austritt noch Zugang zum EU-Binnenmarkt haben wird. Das Pfund wertete bereits massiv ab. Dennoch habe die Industrie davon offenbar nicht unmittelbar profitiert, erklärte das ONS. Durch das billigere Pfund werden britische Produkte im Ausland billiger.

Die Gesamtproduktion, zu der auch Versorger, Gas- und Ölfirmen sowie Bergbaubetriebe beitragen, stieg im Juli jedoch überraschend. Laut ONS lag dies vor allem an der Öl- und Gasbranche: Auf den Förderplattformen des Ölfeldes "Buzzard" in der Nordsee gab es dieses Jahr im Juli nicht wie üblich Wartungsarbeiten. Sie wurden auf den September verschoben.

Premierministerin Theresa May hat angekündigt, die Wirtschaft mit einer neuen Industriepolitik fit für die Zeit nach dem EU-Austritt zu machen. London ist derzeit dabei, die Risiken des Brexit zu bewerten und dementsprechend die Verhandlungsstrategie vorzubereiten.

Auswirkungen des Brexit-Schocks auf der Insel zeigen sich auch im Häusermarkt, wo die Preise den zweiten Monat in Folge fielen. Laut dem Baufinanzierer Halifax sanken sie im August zum Vormonat um 0,2 Prozent, nachdem sie bereits im Juli um 1,1 Prozent nachgegeben hatten.

(AWP)