Inflation in Grossbritannien auf höchstem Stand seit September 2013

Der Preisauftrieb in Grossbritannien zeigt weiter nach oben. Wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte, lagen die Verbraucherpreise im April 2,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist der stärkste Anstieg seit September 2013. Im März hatte die Rate noch 2,3 Prozent betragen, Analysten hatten mit einem Anstieg auf 2,6 Prozent gerechnet.
16.05.2017 11:06

Ein wichtiger Grund für den Preissprung liegt in der späten Lage des diesjährigen Osterfestes, was sich in einem deutlichen Anstieg der Flugpreise zeigt. Darüber hinaus wird die Inflation schon seit längerem durch die Abwertung des britischen Pfund getrieben. Dies ist eine Folge des Brexit-Votums vom vergangenen Sommer, auf das die britische Währung mit starken Kursverlusten reagiert hatte.

Fachleute halten deshalb einen Anstieg der Inflationsrate auf etwa drei Prozent in den kommenden Monaten für gut möglich. Schon jetzt wird das Preisziel der britischen Notenbank von zwei Prozent klar übertroffen. Die Bank of England befindet sich daher in der Zwickmühle: Einerseits könnte sie Zinsanhebungen mit dem steigenden Preisdruck begründen. Andererseits scheint sich jedoch die Konjunktur abzukühlen, was gegen Zinsanhebungen spricht./bgf/jkr/stb

(AWP)